Landhausdiele oder Schiffsboden – Parkett schwimmend verlegt

Mancher Heimwerker wagt sich an das Projekt «Parkett selbst verlegen». Die schwimmende Verlegung bietet sich dabei für Heimwerker besonders an, da kein gekonnter Umgang mit Klebstoff notwendig ist.

Nicht alle Parkettarten können schwimmend verlegt werden. Industrieparkett, Kurzriemenböden oder Massivparkett verlangen nach einer festen Verbindung mit dem Untergrund. Gerade bei den massiven Parkettböden wirken mit den saisonal bedingten, klimatischen Unterschieden enorme Kräfte im Holz. Das Holz quillt und schwindet aufgrund der unterschiedlichen relativen Raumluftfeuchtigkeit. Ist der Massivholzboden nicht fest mit dem Untergrund verbunden, wird er kaum zu allen Jahreszeiten wie gewünscht eben aufliegen.

Landhausdielen und Schiffsboden
Bei den Landhausdielen und Schiffsböden handelt es sich um grossformatige Dielen, meist mit dreischichtigem Aufbau. Zuoberst befindet sich in Längsrichtung die Nutzholzschicht, also das gewünschte und sichtbare Edelholz. Direkt darunter liegt in Querrichtung die Mittellage und zuunterst der sogenannte Gegenzug. Mittellage und Gegenzug sind meist aus einem günstigen Nadelholz gefertigt, teils werden auch spezifische Holzfaserplatten verwendet. Der Aufbau in drei Holzschichten ermöglicht die Produktion so grosser Parkettdielen. Da die einzelnen Hölzer und Schichten jeweils aufgrund des Schwindens und Quellens in unterschiedliche Richtungen ziehen, können die Kräfte neutralisiert werden, so dass sich das Parkett nicht wölbt. Diese Formstabilität ist denn auch der Grund für die Möglichkeit der schwimmenden Verlegung von Landhausdielen und Schiffsböden.

Die Optik des Parketts
Obschon gleich aufgebaut und in gleicher Dimension vorliegend, sind Landhausdielen und Schiffsböden optisch gänzlich verschieden. Der Grund liegt darin, dass die Nutzschicht einer Landhausdiele aus einem durchgehendem Stück Holz besteht, also aus einem einzigen Brett geschnitten wurde. Die Raumwirkung ist sehr erhaben, wie beispielsweise in der Parkett Bildergalerie von Graf Parkett ersichtlich ist. Im Unterschied dazu besteht die Nutzschicht eines Schiffsbodens aus mehreren kleinformatigen Dielen, welche meist in drei Reihen nebeneinander auf die Breite der Mittellage und des Gegenzuges geklebt werden. Optisch ist ein Schiffsboden also ein kleinformatiger Boden, dennoch kann er schwimmend verlegt werden.

Ästhetik versus Preis
Für den Heimwerker bedeutet diese Ausgangslage, dass er sich zwischen Ästhetik – insofern er ein Liebhaber grosszügiger Parkettdielen ist – und dem Preis entscheiden muss. Da die Nutzholzschicht eines Schiffsbodens nicht aus einem einzigen Brett gewonnen wird, sondern aus vielen kleinen Riemen besteht, kann er um einiges günstiger angeboten werden. Wird eine ganze Wohnung saniert und ein neuer Parkett verlegt, lösen Profis das Dilemma «Budget vs. grossformatiger Wunschboden» oft so, dass sie in den Zimmern Schiffsböden, im Wohnbereich aber Landhausdielen verlegen.

 

Quelle Foto: pixabay.com

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