Terrasse selber bauen

Viele träumen genau davon: Einen lauen Sommerabend mit der Familie auf der eigenen Terrasse ausklingen lassen. Leider sind Terrassen oft sehr teuer. Doch was, wenn man sie selber bauen könnte? Wie genau das gelingt, zeigen wir hier.

1. Die Planung
Natürlich ist das tatsächliche Bauen der Terrasse sehr wichtig. Das weitaus wichtigere ist allerdings die Planung! Denn einen schlechten Plan umzusetzen, macht aus dem ersehnten Traum von einer Terrasse schnell einen teuren, unansehnlichen und potenziell sogar gefährlichen Albtraum. Grundsätzlich gilt bei den Planungsarbeiten deshalb:

  • Nehmen Sie sich Zeit!
  • Schlafen Sie auch mal eine oder zwei Nächte, bevor Sie Entscheidungen treffen!
  • Beziehen Sie Freunde und Angehörige mit in Ihre Überlegungen ein!
  • Eine saubere, maßstabsgetreue Zeichnung ist Gold wert!
  • Informieren Sie sich vorab über örtliche Gegebenheiten wie Bauvorschriften!

Ein guter Tipp ist auch, sich alle wichtigen Entscheidungen, die man trifft und Erkenntnisse, die man gewinnt, aufzuschreiben. Dieser „Spickzettel“ sollte bei weiteren Planungsschritten stets zur Hand sein, um nichts Wichtiges zu vergessen. Es wäre doch eine echte Schande, wenn man auf seiner Terrasse eine Einweihungsparty schmeißen will und dann merkt, dass keine Steckdosen vorhanden sind. Neben diesen grundsätzlichen Herangehensweisen sollten bei der Planung auch konkretere Fragen beantwortet werden:

  • Wie groß soll die Terrasse werden/wie viele Personen soll sie fassen?
  • Soll sie überdacht werden?
  • Wo soll die Terrasse platziert werden?
  • Was möchte man auf der Terrasse tun und was braucht man dafür? (Bsp. Stromanschluss für Licht, evtl. Wasseranschluss für Pool, etc.)
  • Soll sie blickgeschützt sein?

Wenn all diese Fragen geklärt sind, beginnt nach der Planung die zweite Phase, die noch nichts mit Handwerk zu tun hat: Die Materialauswahl.

Terrasse umabuen

2. Das richtige Material wählen
Welches Material zu welcher Terrasse passt, hängt von zwei Hauptfaktoren ab: Dem Geschmack des Bauherren und dem Zweck, dem die Terrasse dienen soll. Wer seine Veranda ganzjährig nutzen möchte, sollte beispielsweise darauf achten, ein besonders wetter- und rutschfestes Material für den Boden auszuwählen. Sonst kann es im Sommer bei Nässe und im Winter bei Schnee gefährlich und ungemütlich werden. Auch der Pflegeaufwand der verschiedenen Baustoffe und ihre Haltbarkeit sollten bedacht werden. Faktoren wie Hitzebeständigkeit und Brandschutz sind ebenfalls zu berücksichtigen, schließlich möchte man guten Gewissens Heizpilze und andere Helferlein platzieren können. Wichtig dabei: Das Fundament sollte mindestens so lange haltbar sein, wie die Dielen. Generell stehen als Material folgende Optionen zur Auswahl:

Diese Möglichkeiten kann man natürlich noch exakter in noch mehr Kategorien einteilen. Allein an verschiedenen Holzarten ist die Auswahl riesig und die Unterschiede in Bezug auf Haltbarkeit, Pflegebedarf, Eignung und Preis teilweise erheblich. Wegen der verschiedenen Farben wird niemals jedes Holz zu jedem Haus passen, man muss sich also stets individuell informieren oder beraten lassen.
WPC ist ein Verbundstoff aus Holz und Kunststoff. Er ist sehr robust, leicht zu verarbeiten, wetterbeständig und rutschfest. Allerdings werden sich manche daran stören, dass es kein „natürlicher“ Untergrund wie Holz oder Stein ist. Außerdem heizen sich WPC-Böden bei starker Sonneneinstrahlung sehr stark auf, weshalb man bei der Auswahl des Untergrunds stets die Tageslichtverhältnisse auf der Terrasse bedenken sollte. Vorteilhaft ist allerdings, dass die Farbe des Bodens, wenn man sich für eine WPC-Lösung entscheidet, frei wählbar ist und man nicht an die natürlichen Farben von Holz und Stein gebunden ist. Stein ist, wie Stein eben ist. Natürlich, robust, schwer. Im Vergleich zu den anderen Materialien ist Stein relativ teuer und außerdem schwer zu verarbeiten. Man kann das notwendige Spezialwerkzeug zwar recht günstig mieten, aber eine gute Portion Muskelkraft sollte man mitbringen, wenn man eine Terrasse aus Stein selbst bauen möchte.

3. Das Fundament
Das Fundament einer Terrasse ist enorm wichtig. Wenn sich hier Fehler einschleichen, ist das gesamte Projekt zum Scheitern verurteilt. Man muss nicht nur geeignetes Trenn- und Wurzelvlies verwenden, um ein späteres Verziehen der Konstruktion zu vermeiden, auch Bodenfrosttiefe der Region und optimale Entwässerung des Bodens ist wichtig. Ansonsten könnte der Untergrund leicht weggespült werden, was fatale Folgen für die fertige Terrasse hätte. Je nachdem, ob man eine Stein-, Holz- oder eine andere Terrasse bauen will, muss man entweder Pfostenträger im Boden versenken oder eine andere geeignete Tragekonstruktion anbringen.

Steinterrasse

4. Der Terrassenboden
Ob Steine, Platten oder Dielen: Wenn die Arbeitsschritte bis hierher reibungslos geklappt haben, ist der Rest ein Kinderspiel. Wichtig ist nur, bei der weiteren Arbeit die Eigenschaften des verwendeten Materials zu beachten. Holz zum Beispiel dehnt sich bei Nässe oder Hitze aus und schrumpft auch wieder zusammen, weshalb man Holzdielen Platz zum „Arbeiten“ geben sollte. Hier ist je nach Holzart ein Abstand von 5mm-20mm zwischen den Dielen und zu einer eventuellen Hauswand zu empfehlen. Der letzte Schritt des Terrassenbaus selbst ist in der Regel das Abschleifen scharfer Kanten, was je nach verwendetem Material mehr oder weniger aufwändig ist.

5. Die Einrichtung
Nachdem die Terrasse fertig ist, kommt ein wahrscheinlich recht kostenintensiver Schritt: Das selbstgeschaffene Paradies im Freien soll mit Möbeln, Dekoration, vielleicht einem Grill und dergleichen bestückt werden. Hier ist nur noch wichtig, sich vom eigenen Geschmack leiten zu lassen. Dann steht entspannten Zeiten an der frischen Luft nichts mehr im Wege.

Wie man anhand dieser Anleitung sehen kann, ist das Konstruieren und Umsetzen des Fundamentbereichs der aufwändigste, schwerste und zugleich wichtigste Teil beim Bau einer Terrasse. Wer sich diese Aufgabe nicht zutraut oder sich einfach die Mühe spare möchte, der kann Profis beauftragen, lediglich das Fundament zu setzen und den Boden selbst verlegen. Planung und Materialauswahl unterliegen ganz besonders den persönlichen Vorlieben der Bauherren, weshalb man hier nicht um ausführliche Beratung herumkommt. Das Verlegen des Bodens ist wiederum handwerklich einfach zu bewerkstelligen, weshalb sich leicht Geld sparen lässt. Die verhältnismäßig anspruchsvolle Aufgabe der Fundamentkonstruktion kann man allerdings guten Gewissens an Dritte übertragen.

Quelle Fotos: pixabay.com

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